Für den neu sanierten Bürgersaal bekam die Gemeinde Lärz Födermittel des „Leader-Projekts“. Bei Festveranstaltungen können hier bis zu 200 Menschen Platz zum Tanzen und Feiern finden. Besonders die Party zum Frauentag im März schöpft diese Kapazität häufig aus.
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FESTE In Lärz ist das ganze Jahr über Trubel. Wer dort also Ruhe finden will, muss lange suchen. Außerdem gelten die Einwohner als „streitbare Bürger“.
VON CLAUDIA TUPEIT LÄRZ. Wer in der Gemeinde Lärz, am südlichsten Müritz-Zipfel gelegen, Ruhe suche, der sei falsch, meint Bürgermeister Hartmut Lehmann (CDU) im Hinblick auf die zahlreichen Veranstaltungen, die in und um Lärz jährlich stattfinden. Das 300 Einwohner zählende Dorf ist spätestens seit dem ersten „Fusion-Festival“ 1997 weit über die Landesgrenzen hinaus in aller Munde. Daneben gibt es noch das Flugplatz-Fest, diverse Kinderfeste oder Auftritte des ortseigenen Chors. „Wir kommen auf etwa 20 verschiedene Feste pro Jahr. Hier ist eben immer was los“, sagt Lehmann über sein Terrain.
Wenn man den ehrenamtlich tätigen Bürgermeister nicht gerade hinter dem Buslenker findet, sitzt er in seinem Zimmer im Bürgerzentrum. Der dazugehörige Bürgersaal wurde vor einiger Zeit mit Fördermitteln im Rahmen des „Leader-Projektes“ umgebaut. Genutzt wird er unter anderem für die Frauentagsveranstaltung, bei der es mittlerweile schon einen „Run auf die Karten“ gebe. „Der Rest des Gebäudes soll noch saniert werden, mit neuen Fördermitteln. Wir wollen dann gleich ein kleines Lädchen eröffnen, das unter anderem einheimische Produkte von der Agrar GmbH in Krümmel verkaufen soll.“ Kräftig feiern können die Lärzer übrigens genauso gut wie streiten, erzählt Hartmut Lehmann. „Wir hatten schon immer streitbare Bürger, das ist quasi historisch. Damals – im 14. Jahrhundert – haben sich die Bauern mit den Junkern gestritten, heute streiten wir bei Gericht mit der Bundeswehr über den geplanten Bombenabwurfplatz“, sagt der Bürgermeister schmunzelnd. Lärz liegt direkt an der brandenburgischen Grenze und „ist damit prädestiniert, vor Gericht zu klagen“, meint er. Mit seinen Einwohnern, gesteht der CDU-Bürgermeister, sei es auch nicht immer so einfach, denn schließlich seien sie „wie typische Mecklenburger“.
Der Ortsname stammt übrigens aus dem Slawischen und wird mit „Elchbach“ übersetzt. „Es muss hier also Elche gegeben haben“, vermutet Lehmann. Da passt es ja wie die Faust aufs Auge, dass sich in dem Ort ein waschechter Schwede angesiedelt hat. Dessen Frau stamme aus der Umgebung, stellt das Dorf-Oberhaupt den Bezug her.