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„Varchentiner Modell“ setzt ganz auf natürliche Rohstoffe
Nordkurier

vom : 28.09.2004


Müritz-Biomassehof will auch Dienstleister für andere Landwirte sein

Waren Die erfrischende Begrüßung auf dem Müritz-Biomassehof in Varchentin werden auch die Teilnehmer der jüngsten internationalen Sommerakademie der Neuhrandenhurger Fachhochschule sicher in guter Erinnerung behalten. Andreas Tornow vom dort angesiedelten Landwirtschaftsbetrieb "Kastanienhof Torno & Chreutzburg GhR“ lud sie zu einer Runde Rapseis wahlweise in den Geschmacksrichtungen Vanille. Schoko. Grüner Apfel oder Eierpunsch ein. Und die cholesterinfreie Leckerei. die auch Besucher der Grünen Woche schon überzeugte, ist nur ein Beispiel für die Varchentincr Ideen. nachwachsende Rohstoffe vielseitig zu nutzen.
Ziel von Tornow und seinen Mitstreitern ist es. alte. gutsgeprägte Strukturen mit moderner Landwirtschaft und innovativer Technik zu verknüpfen. Gemeinsam mit weiteren Bauern, Handwerkern und Dienstleistern der Region entstand so das Projekt „LandEnergie“. das ausschließlich auf natürlichen, vorhandenen Ressourcen basiert. Der rund um Varchentin angebaute Raps zum Beispiel wird in der hauseigenen Mühle zu Kraftstoff verarbeitet — „Futter“ für die betriebseigenen Mähdrescher, Traktoren und Pkw. Weitere Bereiche komplettieren das „Varchentiner Modell“. HöIz von minderer Qualität aus den heimischen Wäldern landet im Holzvcrgaserofen der unternehmenseigenen Gebäude. Herumgesprochen hat sich mittlerweile auch, dass es auf dem alten Pfarrhof regional typische Produkte gibt. Die historische Scheune hinterm Haus beherberg Warmschlachterei, Räucherkammer. Hofladen und Gaststube. Nebenan steht ein Steinbackofen. der schon mit so manchem verführerischen Duft auch Touristen anlockte, und ringsum lassen‘s sich Damwild und Ziegen in. ihrem Gehege gut gehen."Wir verstehen das nicht nur als Produzenten, sondern wollen Dienstleister für andere Landwirte sein - von der Schlachtung bis zur Speiseeisproduktion. Dafür gibt‘s einen enormen Bedarf" ist Andreas Tornow überzeugt. Das Projekt „LandEnergie“ scheint mittlerweile sogar preisverdächtig. Kürzlich schaute sich der Neubrandenburger Niederlassungsleiter der Deutschen Kreditbank AG (DKB), Thomas Abrokat, auf dem Pfarrhof um und war des Lobes voll. „Ein sehr gutes Konzept“, befand er kurz und knapp. Damit dürften die Varchentincr wohl ganz gut im Rennen eines Wettbewerbes liegen, den die DKB erstmals für landwirtschaftliche Unternehmen in den neuen Bundesländern ausgeschrieben hat und bei dem innovative Ideen gefragt sind, die die Wetthewerbspositioncn der Betriebe nachhaltig verbessern helfen.
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