LEADER - Pressemitteilungen

Neues Wege-Leitsystem soll zielgerichtet lenken
Nordkurier

vom : 16.10.2004

Kratzeburg und Boek: Zwei Nationalparkdörfer mit eigenem Flair

Kratzeburg/Boek.Große hölzerne Schilder, zwischen zwei dicken runden Pfählen hängend, lenken auch den unwissendsten Touristen zielgerichtet in den Nationalpark. „Nationalparkdorf“ prangt in schwarzen Lettern auf dem Schild. Sieben Dörfer in Mecklenburg-Strelitz und dem Müritzkreis nennen sich auf Grund ihrer günstigen Lage zum Müritz-Nationalpark Nationalparkdorf. Das erste dieser Tore entstand 1991 in Boek (Müritzkreis). „Sehr früh wuchs bei uns die Erkenntnis, dass wir den Nationalpark nutzen können“, erinnert sich Bürgermeister Wolf-Dieter Ringguth (CDU). Im Nachhinein bedauere er, dass sich Boek die Begrifflichkeit Nationalparkdorf nicht habe schützen lassen. „Denn die Idee dazu wurde hier geboren.“

Besucherstrom locken

Zugegebenermaßen etwas später, aber mit ähnlichem Erfolg, hat diese Erkenntnis auch das Dorf Kratzeburg (Mecklenburg-Strelitz) erreicht. „Sicherlich haben wir im Sinne des Tourismus Zeit vertan. Aber wir hatten die ersten sechs Jahre nach Entstehen des Nationalparks viel mit der Umsetzung der Park-Verordnung zu kämpfen“, erklärt Bürgermeister Guntram Wagner (Wählergemeinschaft) Denn: Kratzeburg ist das einzige Dorf, welches nur am Rande des Nationalparks liegt.
„Mit Boek und Kratzeburg haben wir zwei sehr unterschiedliche Ausgangssituationen, die nicht zu vergleichen sind“, erläutert Lothar Hertz vom Planungsdezernat des Müritz-Nationalpark. Dennoch, eines haben beide gemeinsam. Den Nationalpark als zu nutzendes Gut vor der sprichwörtlichen Haustür. Während Wolf-Dieter Ringguth stolz darauf ist, dass Boek regelmäßig mit dem zweithöchsten Besucherandrang aufwarten kann, reagiert Guntram Wagner etwas verhaltener. „Wir sind eine sehr lebendige Gemeinde und wollen nicht im Touristenstrom ersticken.“
Doch ein paar Touristen mehr könnten es schon noch werden. „Die Boeker haben den Vorteil, dass das Wegeleitsystem von der Autobahn direkt bis nach Boek führt.“ Reisende, die sich in der Gegend nicht auskennen und einfach drauf losfahren, fänden nur selten den Weg nach Kratzeburg. Daher arbeitet Guntram Wagner, der ebenfalls Vorsitzender des Zweckverbandes Anliegervereine ist, auch an einem Konzept, die Besucher mit Schildern an den Bundesstraßen zielgerichtet zu allen Eingangsbereichen des Nationalparks zu lenken.
So unterschiedlich die Ausgangssituationen, so vielfältig die Themenpalette, mit der die beiden Dörfer aufwarten können. Während sich rund um Boek Fisch- und Seeadler nur fallen lassen brauchen, um einen Happen aus den Fischteichen zu ergattern, hat Kratzeburg den einzigen Nationalpark-Bahnhof in Deutschland und liegt im Havel-Quellgebiet. „Die Berliner wollen schon wissen, wo die Havel entspringt“, sagt Jens Brüggemann, Sachgebietsleiter im Dezernat für Planung.

Von Berlin mit dem Rad

Wer mag, kann auch aus Berlin mit dem Fahrrad anreisen, denn der Radweg Berlin—Kopenhagen führt durch das Dorf. „Wir haben unsere eigene Ausrichtung gefunden und wollen uns nicht mehr so an Waren und der Müritz orientieren“, erklärt Guntram Wagner. Die Boeker dagegen profitieren von der Anbindung nach Waren. Viele Tagestouristen kehren im Boeker Gutshaus ein. „Das Gutshaus ist wie eine Schachtel Pralinen. Es enthält viele verschiedene Köstlichkeiten“, schwärmt Wolf-Dieter Ringguth.
So unterschiedlich die Ausgangssituationen der beiden Dörfer ist, in einem stimmen sie überein: Sie wollen den Nationalpark erlebbar machen. "Ankommen, informieren und erleben- das ist die Devise aller Nationalparkdörfer" sagt Jens Brüggemann. "Und: In beiden Dörfer ist das Gemeindeengagement deutlich sichtbar." Denn, um das Auftreiben von Fördergeldern bespielsweise für Informationsstellen kümmern sich die Bürger selbst.
zum Pressearchiv

wfm - Ticker

Tipps und Termine von der Müritz.Veranstaltungskalender für die Müritzregion

 

FIT FÜR DIE SELBSTSTÄNDIGKEIT

- Buchführuungsseminar 22.02.2012 - 24.02.2012

- Existenzgründerseminar 07.03.2012 - 09.03.2012