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Neue Wege für Agramuseum Alt Schwerin
Nordkurier

vom : 28.10.2004


Machbarkeitsstudie im kreislichen Kulturausschuss vorgestellt - Neubau soll Schnitterkaserne ersetzen

Waren.(lem) Que vadis Agrarmuseum Alt Schwerin- darüber zerbrechen sich die Mitglieder des kreislichen Kulturausschusses schon seit Jahren den Kopf. Eine Antwort ist Ihnen am Dienstagabend während einer Ausschusssitzung präsentiert worden.Monika Röttgen, von der ConCultura, einer Bonner Firma, die wissentschaftliche Dienstleistungen rund um Kultur anbietet, stellte die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vor.
Danach könnte Alt Schwerin ein Landwirtschaftsmuseum mit Gegenwarts- und Zukunftsbezug werden, das auf Elementen des klassischen Freilichtsmuseums aufgebaut. Damit wäre es eine Besonderheit in der bundedeutschen Museumslandschaft, sagte Röttgen. Sie bescheinigte Alt Schwerin gute Voraussetzungen wie umfangreiche Sammlungsbestände zur Gutsgeschichte und sozialistischer Landwirtschaft sowie publikumswirksame Veranstaltungen wie das "Dampftreffen". Defizite seien in Konzeption und Präsentation, der Besucherführung und -orientierung sowie in der Öffentlichkeitsarbeit auszumachen.
Daher schlägt ConCultura eine Profilschärfung des Hauses und inhaltliche Neubestimmung vor. Die Studie sieht folgende Ausstellungseinheiten vor: Gutswirtschaft, Gegenüberstellung von Landwirtschaft in Ost und West, aktuelle Agrarkultur und Zukunftperspektiven: Es soll dann "Landmuseum" heißen.
Sowohl die studie als auuch Röttgen ganz persöhnich würden den Erhalt und die Sanierung der Schnitterkarserne befürworten, sagte die Expertin. Dich sehe sie ein, dass die finanzielle Situation dies nicht zulassen. Deshalb sollte beim Verkauf die nutzung als Beherberbungsbetrieb favorisiert und versucht werden zumindest Teile für das Museum weiterzunutzen. "Die DDR-Schau soll in das neue Museuum integriert werden", führte Röttgen weiter aus.
Statt Schnitterkaserne ist ein Neubau mit entsprechendem Eingangs- und Servicebbereich vorgesehen. "Der wiederum bietet die einzigartige Chance einer völlig neuen Präsentation mit audio-visuellen Installationen und partiellen Inzenierungen", meinte die Expertin.
Auch zur Umstruckturierung der Arbeitsbereichesowie zur Finanzierung enthält die Studie Vorschläge. So sollte sich das Museumspersonal nur auf organisatorische und Vermittlungs-Aufgaben konzentrieren sowie Modelle für die "Bespiellung" des Geländes erarbeiten. Für alles andere sollte ein Pool mit Honorarkräften gebildet werden. Ergänzt wird der um Handwerker und Landwirte, die zeitweise die Gebäude, Werkstätten, Wiesen und Äcker zur Schauzwecken bewirtschaften. Für die klassischen Aufgaben wie Sammeln, Bewahren, Erforschen sollen Universitäten herangezogen werden. Für die Finanzierung sollen EU-Fördermittel und Sponsorengelder eingeworben werden. Allein für den Neubau sind 1,5 Millionen Euro eingeplant, für Konzeptionserstellung, Beschilderung usw.mehr als 600 000 Euro hinzu. Mit dem Verkauf der Schnitterkaserne will der Kreis seinen Eigenanteilaufbringen. Das durchgestaltete Museum soll eines Tages rund 100 000 Besucher anlocken statt heute 45 000 jährlich.
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