LEADER - Pressemitteilungen

Studie zum Besucherzentrum vorgestellt
Nordkurier

vom : 04.12.2004


Umbau des alten Gutshauses Blankenförde untersucht - Finanzierung wird geprüft

von unserem Redaktionsmitglied Elke Enders

Blankenförde Das künftige Besucherzentrum Blankenförde/Babke, das in einem alten Gutshaus nahe dem Nationalpark-Eingangstor in Blankenförde entstehen soll, ist ein Stück weiter in greifbare Nähe gerückt. Dieser Tage wurde die Machbarkeitsstudie vorgestellt. Die BC Berlin Consult GmbH hat das umfangreiche Papier erarbeitet. Darin ist der Werdegang vom jetzt leer stehenden Gebäudekomplex bis zum fertigen Nationalparkeingangszentrum beschrieben. Die Initiatoren wollen mit dem Besucherzentrum eine Anlaufstelle für all diejenigen schaffen, die sich für das EU-Life-Projekt "Moore und die Große Rohrdommel an der Oberen Havel" sowie den Müritz-Nationalpark interessieren oder wissenschaftlich auf diesem Gebiet tätig sind.

Mit Leader Plus

Gefördert wurde die 34 000 Euro teure Machbarkeitsstudie über das Leader plus Projekt der Europäischen Union. Die Landkreise Müritz und Mecklenburg-Strelitz sicherten die Kofinanzierung. Der Gemeinde selbst entstanden keine Kosten, auch bleibe sie bei Realisierung des Projekts Grundstückseigentümer, berichtete Henry Tesch, der den Vorsitz in der lokalen Arbeitsgruppe inne hat. Und die Ausarbeitung des Papiers hat sich gelohnt. Vertreter der Wirtschaftsförderung Waren/Müritz versicherten bereits, dass die Studie förderfähig ist. Demnach könnten aus dem Leader plus Projekt maximal 150 000 Euro in die Umsetzung des Vorhabens fließen. Damit seien aber noch nicht alle Förderquellen ausgeschöpft, wusste Tesch. Bereits vor einem Jahr hatte der Landesumweltminister Methling (PDS) das Objekt in Augenschein genommen und als weitere Fördermittelgeber das Wirtschaftsministerium in Erwägung gezogen. Auch das Nutzen alternativer Energien (etwa Solar) könnte weitere Zuwendungen bedeuten. So sollen die Fördermöglichkeiten für das laut Studie 426 191,56 Euro teure Projekt jetzt abgeklopft werden, nannte Tesch die weitere Vorgehensweise. Ziel sei es, den nunmehr 3. Greenday, der am 3. Juni 2005 begangen wird, schon am Objekt zu gestalten. Auch sollte möglichst bis zum nächsten Sommer schon eine Schautafel aufgestellt werden, um Einheimische und Touristen über das Vorhaben zu informieren. Geplant ist, im Besucherzentrum einen Info-Bereich zu schaffen. Auch ein Shop, in dem es regionale Souvenirs gibt, sowie Gastronomie könnte hier angesiedelt werden. Natürlich dürfen öffentliche Toiletten im Erdgeschoss nicht fehlen. Auch Mehrzweck- beziehungsweise Seminarräume (die von der Dorfgemeinschaft, Tagungsgruppen oder Schulklassen genutzt werden könnten) sind vorgesehen. Zudem soll das Haus über Büro- und Verwaltungsräume (nutzbar beispielweise vom Nationalparkamt) sowie einen Ausstellungsbereich verfügen. Auch eine Einliegerwohnung ist bei der Studie mit berücksichtigt worden. Sie soll Referenten, Doktoren, wissenschaftliche Mitarbeiter oder Praktikanten, die hier zu Forschungszwecken weilen, als Unterkunft dienen.

Möglichst viel erhalten

Bei der Umgestaltung gilt das Motto. Soviel wie möglich aufarbeiten und erhalten. "Von der Grundsubstanz her soll das Gebäude in seinem Charme und der nicht ganz perfektionistischen Art bestehen bleiben" sagte Tesch. So gelte es den Kamin, aber auch das Treppenhaus sowie Türen, die teilweise eingemauert waren, zu retten. Um das Gebäude auch für Menschen mit Behinderung zugänglich zu machen, ist das Anbringen eines Fahrstuhles am äußeren linken Giebel beabsichtigt. Hierzu müsse aber noch der Denkmalschutz gesprochen werden, dem das Gebäude untersteht. Um Besucher schon frühzeitig mit dem Moorcharakter vertraut zu machen, ist als Zuwegung eine Art Steg angedacht. Im Eingangsbereich dann, so schwebt es den Initiatoren vor, könnte eine durchsichtige Säule in die unterschiedlichen Moorschichten Einblick gewähren. Zum Baubeginn sagte Tesch: "Wir müssen realistisch sein und im nächsten Jahr gucken was förderfähig ist, damit es möglichst 2006 losgehen kann."
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