LEADER - Pressemitteilungen

Handlungskonzept für Museum
Anzeigenkurier

vom : 05.01.2005

Rechlln (AK/B. Wüstemann). Im Rahmen einer Maßnahme der LEADER+ Aktionsgruppe Mecklenburgische Seenplatte-Müritz ist jetzt die Erarbeitung eines Handlungskonzeptes zur Errichtung eines lnforrnations- und Kommunikationszentrum im Luftfahrttechnischen Museum Rechlin bewilligt worden. "Wir hoffen, dass dieses Handlungskonzept uns als Fahrplan für die Entwicklung des Museums für die nächsten Jahre dienen wird“, sagt Norbert Biege, stellvertretender Vorsitzender des Betreibervereins. Geplant ist, im schon vorhandenen Luftfahrttechnischen Museum Rechlin neue Strukturen zu schaffen, die den touristischen Gast anreizen sollen, die Geschichte der Luftfahrt in der Müritz Region von 1918 bis heute eindrucksvoll zu erleben und zu verstehen. Die Entwicklung der Luftfahrttechnik hat, maßgeblich durch das Bestehen der "Erprobungsstelle der Luftwaffe", den Ort Rechlin und die Region um Rechlin geprägt. Das Luftfahrttechnische Museum besteht seit 1998 in Rechlin Nord. Im Museum wird derzeit die Luftfahrtgeschichte Rechlins vom Beginn der Fliegerei ab 1918 mit der "Flieger-Versuchs und Lehranstalt am Müritzsee", sowie die spätere "Erprobungsstelle des RDLI" bzw. ab 1934 der "Erprobungsstelle der Luftwaffe" gezeigt. Schwerpunkt ist die Geschichte der Luftfahrttechnik und Erprobung durch die ehemalige Luftwaffe bis 1945.
„In weiteren Ausstellungen wird auch die Nachkriegsgeschichte des E‘Stellen-Geländes, deren Nutzung durch die NVA bis 1990 und Roten Armee/GUS bis 1993, der Schiffswerft Rechlin und der Ortsgeschichte bis in die Gegenwart gezeigt“, informiert Norbert Biege weiter.
„Gegenwärtig sind wir dabei, für den Bereich der Geschichte der Schiffswerft Rechlin gesonderte Räume herzurichten“, freut sich Biege, der selbst dort einmal tätig war. Diese Aktivitäten seien aber vom Leader+ Projekt unabhängig in Angriff genommen worden.

Geschichtskenntnisse vermitteln

Mit der Handlungskonzeption soll untersucht werden, inwieweit der rein museale Ansatz im bisherigen Ausstellungskonzept so umgewandelt werden kann, dass zusätzlich Gäste und hierbei insbesondere Kinder und Jugendliche angesprochen werden können. „Es soll erreicht werden, dass Geschichtskenntnisse fassbar vermittelt und vertieft werden können. Es geht um die Veranschaulichung der Entwicklungen im Dritten Reich, die zu verbrecherischen faschistischen Zielsetzungen geführt hatten und ihre demagogischen Rechtfertigungen. Diese Entwicklungen führten in der Folgezeit auch zu Konsequenzen für die Region, die noch heute nachwirken“, verdeutlicht Biege. Des Weiteren wird der Standort des Museum unter Beachtung der sich derzeit vollziehenden touristischen Entwicklung als lnformations- und Kommunikstionsknotenpunkt für die südliche Müritz Region eine Rolle spielen. Das Luftfahrttechnische Museum liegt unmittelbar am verkehrstechnischen Knotenpunkt zwischen dem Dorf Rechlin, dem touristischen Zentrum Rechlin Nord am Südufer der Müritz und dem Müritz Nationalpark Eingangsbereich Boek sowie direkt am Müritz-Rundweg. In der beantragten Handlungskonzeption soll deshalb untersucht werden, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit das Luftfahrttechnische Museum aus dieser prädestinierten Lage für die Erschließung zusätzlicher Gäste Gewinn ziehen kann.

Besucherlenkung in Region

Das Luftfahrttechnische Museum soll in Zukunft auch verstärkt die Rolle einer Besucherlenkung mit entsprechenden Hinweisen auf die touristischen Angebote in der Südlichen Müritzregion übernehmen. Durch entsprechend große Besucherströme und damit in Zusammenhang stehende Einnahmeverbesserungen sollen der kommunale Zuschuss und die Abhängigkeit von öffentlichen Mitteln zum Betrieb dieses Museums abgesenkt werden. Es wird gezielt daran gearbeitet, dass diese kulturelle Einrichtung unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrieben werden kann.
"Das Projekt hatte seine Startphase bereits im Mai 2003. Bisher haben wir 13 Beratungen dazu mit den verantwortlichen Stellen durchgeführt. Ich denke, es hat sich gelohnt durchzuhalten“, freut sich auch Willi Standfuß, der das Projekt auf den Weg gebracht hatte. Besonders die Zusammenarbeit mit Elke-Anette Schmidt vom Landfrauenverband, Dagmar Wilisch von der wfm und die Unterstützung der Gemeindevertreter sei sehr fruchtbar gewesen und habe an manchen Stellen auch »Licht ins Dunkle“ gebracht, schätzen sowohl Norbert Biege als auch Willi Standfuß ein. Uber eine eventuelle Phase der Projektbegleitung - durch Leader+, die erst nach Abschluss der konzeptionellen Phase entschieden werden kann, würden sich sicher nicht nur die beiden Akteure freuen.
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