LEADER - Pressemitteilungen

Kampf um EU-Millionen Geld für ländliche Gebiete
Nordkurier

vom : 21.06.2001

Schwerin (EB/kp). Das Schweriner Landwirtschaftsministerium kämpft heute in Brüssel um 43 Millionen Mark EU-Fördermittel für Mecklenburg-Vorpommern. Mit dem Programm Leader+ sollen ab dem kommenden Frühjahr strukturschwache ländliche Gebiete gefördert werden. "Es geht um Detailfragen für den Programmentwurf", sagte Ministeriumssprecherin Marion Zinke gegenüber Nordkurier. Maximal zwölf Projekte im Nordosten könnten Geld aus dem Topf bekommen. Die erste Ausschreibungsphase beginne im Herbst, die zweite im Frühjahr, hieß es.
Seite 2: Kommentar; Seite 5: Bericht

KOMMENTIERT
Rufe gegen den Wind

Es wird wieder Geld fließen aus Brüssel. In der EU-Zentrale sitzen derzeit Heerscharen von Beamten zusammen. Neben vielen hochwichtigen Aufgaben grübeln die Eurokraten auch über zwei neu aufzulegende Strukturfonds nach - Leader+ (Nachfolgeprogramm zu Leader II) und Interreg IIIB (Fortsetzung von Interreg IIC). Das klingt ziemlich verklausuliert, ist aber eigentlich viel schlimmer.

Leader will strukturschwache ländliche Gebiete fördern. Auf Landesebene hängt das Thema ab so beim Landwirtschaftsmysterium Interreg folgt mehr raumplanerischen Ansätzen, ergo ist der Minister für Bau und Arbeit dafür zuständig. Nimmt man noch die Agenda 21 hinzu, bekommt auch das Umweitministerium seine verteilerischen Aufgaben zugeteilt.

Das alles klingt schon schlimm genug. Doch es geht noch weiter. Dort, wo das Geld hinfließen soll, befassen sich wiederum Heerscharen mit dem Problem - allerdings deutlich kleinere als die in Brüssel. Projektgruppen entstehen, Netzwerke und wer weiß, was noch alles. Insoweit dies dazu dient, möglichst viele Akteure in den Dörfern. Städten und Regionen selbst mobil zu machen, mag ein solches Prozedere sehr nützlich sein. Indes. die Praxis ist eine andere. Kaum jemand sieht noch durch zwischen den Anträgen. Formularen und Vorschriften mit denen Brüssel die EU-Staaten überschüttet. Es geht nicht mehr ohne Spezialisten, ohne Kenner der Eurokratie.

Und selbst die sind gelegentlich am Verzweifeln. Was nicht verwundert. Nur ein Beispiel: Die Förderung für die Touristen-Information am Rande des Müritz-Nationalparkes hätte eigentlich über jeden der drei genannten Töpfe erfolgen können. Überschneidungen, falsche Konkurrenz, letztlich Kräfte verschleißen - all das ist quasi programmiert. Mag sein, dass dies ein weiterer Ruf gegen den Wind ist. Aber solange das Geld aus Brüssel auf so verwundenen Wegen den Adressaten erreicht, muss dieser Ruf immer wieder ertönen.

Hans-Joachim Guth
Nordkurier
zum Pressearchiv

wfm - Ticker

Müritzwirtschaft - aktuell 07/2010 veröffentlicht !!!

Tipps und Termine von der Müritz.Veranstaltungskalender für die Müritzregion

Existenzgründerseminar

vom 05.10. - 08.10.2010

Buchführungsseminar

vom 08. - 10.10.2010

Praxisseminar Marketing
vom 03. - 05.09.2010