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VON LEA MOCK
WAREN. Dass der barrierefreie Tourismus ein wachsender, zukunftsträchtiger Markt ist, darüber waren sich Vertreter vom Landkreis, den Städten und dem Behindertenverband einig. Dass die Müritzregion auf diese Zielgruppe bisher nur unzureichend eingestellt ist, machte eine vorgestellte Machbarkeitsstudie deutlich. Die wurde im Rahmen eines EU-geförderten LeaderPlus-Projektes erstellt, das vom Müritz-Kreisverband im Allgemeinen Behindertenverband begleitet wird. Dessen Vorsitzender Wolfgang Kaiser betonte die Notwendigkeit der Einbeziehung von mobilitätseingeschränkten Menschen, um wirklich die gleichberechtigte Teilnahme aller am Tourismus zu ermöglichen und weitere Arbeitsplätze schaffen zu können.
Tobias Valentien von der Gesellschaft für Tourismusentwicklung Vorpommern, die für die Studie verantwortlich zeichnet, sieht die Defizite zum einen in der mangelnden Einsicht in die Marktchancen bei vielen touristischen Leistungsanbietern und zum anderen in der lückenhaften Servicekette für Urlauber mit Handicap. Während es bereits für Rollstuhlfahrer etliche Angebote für Übernachtungen, Freizeit, Kultur und Gastronomie gebe, seien die Möglichkeiten bei medizinischen Leistungen, Service und Transport vor Ort sowie der An- und Abreise mangelhaft. Nach den Ausführungen von Valentien sei es besonders problematisch, dass die Informationen über Angebote nicht transparent und zuverlässig seien. "Behinderte müssen sich auf die vorab erhaltenen Informationen verlassen können, sonst entsteht kein Reisevertrauen“, meinte Valentien.
Um die Defizite abzubauen, empfiehlt die Studie daher die Einrichtung eines Kompetenzzentrums, das jedoch nicht nur auf die Müritzregion beschränkt bleiben müsste. Zum einen soll damit den Tourismusanbietern, Vereinen, Verbänden und Kommunen beratend zur Seite gestanden und Netzwerke geschaffen werden. Zum anderen sollen Reiseangebote entwickelt und als eigenständige Produkte auf den Markt gebracht werden. Für das Kompetenzzentrum ist eine Anlaufphase von drei Jahren vorgesehen, bis es sich zumindest teilweise selbst trägt. Die Studie trifft jedoch keine Aussagen über die Finanzierung.
Das wird der Schwerpunkt der weiteren Arbeit sein, verdeutlichte Wolfgang Kaiser. Dagmar Wilisch die von Seiten der Wirtschaftsförderung das Projekt begleitet, hält neben einer weiteren EU-Förderung der Kofinanzierung durch Landkreis und Kommunen vor allem die Einbeziehung der touristischen Leistungsanbieter für notwendig. "Das müsste in ihrem ureigensten Interesse sein", meinte Wilisch.
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