LEADER - Pressemitteilungen

Unterwegs in Sachen Leader LAG's treffen sich zum Erfahrungsaustausch und Projektbesichtigung
Anzeigenkurier

vom : 09.11.2005

Müritzkreis/Mecklenburg-Strelitz (AK/B. Wüstemann). Statt nur am Schreibtisch zu sitzen und den Erfahrungsaustausch zu betreiben, machten sich die beiden Leader-Aktionsgruppen „Stargarder Land" und „Mecklenburgische Seenplatte-Müritz" auf und besuchten Leader-Projekte der letzten beiden Förderperioden im Müritz-Nationalpark. Neben Mitgliedern der lokalen Aktionsgruppen beteiligen sich auch Projektträger, Akteure und kommunale Verantwortungsträger an der Rundreise. Als solcher begrüßte zunächst Henry Tesch, Bürgermeister der Gemeinde Roggentin, die Teilnehmer in Blankenförde. Hier entsteht ein Informations- und Begrüßungszentrum in der einstigen alten Schule, die zuletzt noch teilweise als Wohnhaus diente. „Hier im künftigen Informationszentrum Blankenförde-Babke haben wir uns als Schwerpunkt das EU-Life-Programm "Große Rohrdommel' mit der Renaturierung des Zootzensees auf die Fahnen geschrieben", erläuterte Tesch das Konzept, dessen Machbarkeitsstudie einst über Leader+ gefördert wurde. Neben einer Ausstellung zum Thema stellt sich der Bürgermeister im Haus desweiteren die Nationalpark-Information, eigene Ausstellungen sowie eine gastronomische Einrichtung als Inhalte vor. Gegenwärtig werden „Fuß und Kopf" des Gebäudes als ersten Schritt auf dem Weg dahin saniert. Nächste Station der Reise war die Nationalpark-Information in Kratzeburg. Das 1999 eingeweihte Haus wurde seinerzeit mit Leader Il- Förderung, Dorferneuerungsmitteln, der Jost-Reinhold-Stiftung und dem Einsatz der Feuerwehr hergerichtet. „Aus der alten Scheune ist jetzt ein schmuckes Haus geworden, wo neben der Nationalpark-Info auch die Feuerwehr und Dorfgemeinschaftsräume Platz gefunden haben", freut sich Bürgermeister Guntram Wagner. Als Alleinstellungsmerkmal dieser Infostelle gilt neben der Darstellung der Entwicklung des Havelquellgebietes vor allem die Fledermaus als Publikumsmagnet. Schon Intensiv durchgeführte Forschungen dazu dienten als Basismaterial für die Ausstellungskonzeption, die über Leader+ finanziert wurde. Havelquelle und Fischadler Ein weiterer Programmpunkt der Tour war anschließend der Besuch der Havelquelle und des Gutshauses in Friedrichsfelde, wo der Bürgermeister der Gemeinde Ankershagen, Martin Brummund, die Gäste begrüßte. Anschaulich schilderte er die Entwicklung des Standortes zur Nationalpark-Information mit seiner Storchen-Beobachtungsstation, wofür ebenfalls teilweise Leader-Fördermittel eingesetzt wurden. „Bereits seit 1999 bieten wir hier Live-Bilder von der Kinderstube des Fischadlers", erläuterte wenig später Axel Schulz. Er ist Mitarbeiter des Nationalpark-Service, der in Federow die Informationsstelle betreibt. Hier werden Nationalpark-Produkte wie Infomaterialien, Führungsprogramme und mehr „vermarktet". Zwischen 35000 und 40000 Besucher steuern pro Jahr die Infostelle an. „Über Leader wurden hier der Parkplatz, der Kinderspielplatz, der Streichel-Zoo und auch die Adler-Beobachtung gefördert", unterrichtet Dagmar Wilisch, Koordinatorin der lokalen Arbeitsgruppe Mecklenburgische Seenplatte-Müritz. Wenige Schritte von der Infostelle besichtigten die Teilnehmer die erste Hörspielkirche Deutschlands in Federow. Auch hier flossen Leader-Mittel für die Anschaffung der Audio-Technik. Den Abschluss der Rundreise bildete ein Besuch im Luftfahrttechnischen Museum Rechlin-Nord. Hier informierten Norbert Biege, stellvertretender Vorsitzender des Betreibervereins, und Willi Standfuß, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, über die Inhalte der Museumsarbeit und stellten neue Projekte vor. Der AK wird in loser Folge diese und weitere Leader-Projekte vorstellen wie etwa den Müritz-Strelitz-Express, der die Wiederaufnahme des Zugbetriebes zwischen Mirow und Rechlin-Nord zum Inhalt hat. Für Leader ist zunächst erst einmal ab 2006 das „Ende" angesagt. Mit der Umsetzung der ELER-Verordnung (ELER steht für Entwicklung des ländlichen Raumes) verliert Leader seine Eigenständigkeit. Zur künftigen Umsetzung von Leader ab 2007 sind daher noch jede Menge Fragen offen. Sicher ist bisher nur eines: Auf der Ebene zwischen den beiden LAG's wird es im kommenden Jahr einen Gegenbesuch zum Erfahrungsaustausch aus der Müritzregion im Stargarder Land geben. Dazu hat Monika Wiehle vom Koordinierungsbüro „Stargarder Land" schon jetzt eingeladen.
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