LEADER - Pressemitteilungen

Regionale Rechnung lässt satte Zinsen erhoffen
Nordkurier

vom : 30.11.2005

REGIONEN AKTIV In einem bundesweiten Wettbewerb haben drei Modelle in Mecklenburg-Vorpommern gut abgeschnitten. VON HANS-JOACHIM GUTH LUDORF. Sie sind sich einig in ihren Erwartungen an große und kleine Politik, diejenigen, die an der Lübecker Bucht über Bundesländergrenzen hinweg mit Schleswig-Holstein in einem Boot sitzen, diejenigen die an der Odermündung mit Polen zusammenarbeiten, und diejenigen die an der Mecklenburgischen Seenplatte quasi unter sich sind. Die drei Modellregionen -drei von insgesamt 18, die für den Bundeswettbewerb „Regionen aktiv - Land gestaltet Zukunft" vom Bundesverbraucherschutzministerium vor zwei Jahren ausgewählt wurden - wünschen sich nichts sehnlicher, als dass Politik den Menschen mehr Wege öffnen als Steine auf dieselben legen möge. Im Gutshaus von Ludorf (Müritzkreis), einem der schönsten Herrenhäuser des Landes, sitzen sie zu, um Bilanz über das eigene Tun zu ziehen. „Und weil es gut ist, sich zu einem solchen Zweck externen Verstand heranzuziehen, haben wir ein Gutachten erstellen lassen, eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufmachen lassen", beschreibt Constance Lindheimer, Projektmanagerin in der Modellregion „Mecklenburgische Seenplatte", die Vorgehensweise. Und obwohl Steffen Noleppa von Agripol Berlin erst zu Weihnachten die abschließenden Fakten auf den Gabentisch legen kann, sind die vorläufigen Resultate durchaus vorzeigbar. Die Gutachter haben sich die einzelnen Projekte angeschaut, den eingesetzten Mitteln einen regionalwirtschaftlich vertretbaren Zinssatz zu Grunde gelegt und auf die Jahre hochgerechnet. „Wobei", so Noleppa einschränkend, „wir eher konservativ vorgegangen sind, also die Kosten ein wenig höher, den Nutzen etwas vorsichtiger bewertet haben." So bescheinigt das Gutachten der produkttechnischen Erschließung des Lupinenproteins, wie es vom Lebensmitteltechnologen Gerhard Kloth und dem Eiscremewerk Demmin vorangetrieben wird, eine mögliche Zinsentwicklung von 10,6 Prozent nach zehn Jahren und gar 15,6 Prozent nach 20 Jahren. Der europaweite Patentschutz und eine steigende Nachfrage könnten die Erwartungen deutlich nach oben schrauben, prognostiziert Noleppa. Auch im Ziegengut Kraase (Landkreis Müritz) und im Speicher Woggersin (Landkreis Mecklenburg-Strelitz) seien die Fördergelder gut angelegt, so das vorläufige Gutachten. Woggersin, so der Vorschlag des Berliners, könne man möglicherweise über ein geringfügiges Eintrittsgeld generieren, etwa nach dem Beispiel des „großen Bruders" in Bollewick (Landkreis Müritz) . Auch wenn Gutachter Noleppa keinen Umweg um noch vorhandene Mängel macht - unter dem Strich geben alle Anwesenden dem 1.ten Vorsitzenden des Vereins natürlich! Mecklenburgische Seenplatte", Theodor Fock Recht, wenn er meint das nach so einem erfolgreichen Abschluss des 1. Wettbewerbsabschnitts ein zweiter nicht an fehlenden Kofinanzierungsmitteln scheitern dürfe. „Selbst wenn wir richtigerweise unterstellen, dass das Geld der öffentlichen Hand aller Orten knapp bemessen ist, sollten wir gerade jene Projekte unterstützen die dem ländlichen Raum nachhaltig von Nuten sein können", so Fock.
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