MÜRITZ-WIRTSCHAFT aktuell Nr. 4
27.04.2005, Waren
Sehr geehrte Damen und Herren,
immer mal wieder und im Moment wieder einmal besonders heftig wird über die Anhebung der Mehrwertsteuer debattiert. Die Ökonomie befürwortet eine Erhöhung um 2% (weil es alle trifft und reales Geld in die leeren Kassen fließen würde) und die Politik , da sind sich in seltener Übereinstimmung alle Parteien einig, dementiert heftig, dass sie auch nur auf den Gedanken käme, die jetzigen 16% Mehrwertsteuer anzutasten. Nur, woher dann die notwendigen Gelder zur Deckung von Ausgaben außer von illusionären Zahlenspielereien kommen sollen, darüber schweigt man sich geflissentlich aus. Da kommt unser kleiner Beitrag zur Mehrwertsteuer in unserem Müritz- Newsletter gerade recht, um selbst einmal zu schauen, wo wir denn mit unserer Mehrwertsteuer in Europa stehen. Viel Freude beim Lesen wünscht Ihr WfM- Team

Das Jahr 2004 brachte Bund, Ländern und Gemeinden rund 442 Milliarden Euro Steuern ein. Die ergiebigste Steuerquelle war dabei die Umsatz-bzw. Mehrwertsteuer. Sie brachte allein fast 137 Milliarden Euro in die Staatskasse. In Deutschland zahlt jeder Verbraucher denselben Satz von 16% auf fast alle Waren, Güter und Dienstleistungen. Allerdings gibt es einige Güter des täglichen Bedarfs, für die ein ermäßigter Steuersatz von 7% gilt (z.B. Lebensmittel, Bücher, Zeitungen, Fahrkarten für den Personennahverkehr). Auf einige Leistungen wird gar keine Umsatzsteuer erhoben (Mieten, Arzthonorare, Eintrittspreise für Konzerte, Museen, Theater).
Im Vergleich der EU-Länder ist der Mehrwertsteuersatz in Deutschland im unteren Drittel der Tabelle angesiedelt. Wissen muss man allerdings auch, dass die EU festgelegt hat, dass die Mehrwertsteuersätze in einer Spannbreite zwischen 15% und 25% liegen müssen. Dadurch liegt Deutschland fast am untersten Limit dessen was möglich ist.

Mehrwertsteuer in Europa 2004
Land........................normale-/ermäßigte Steuersätze, in Prozent
Schweden.................25,0 6,0 / 12,0
Dänemark.................25,0..
Ungarn......................25,0 / 5,0 / 15,0
Finnland....................22,0 8,0 – 17,0
Polen.........................22,0 7,0 / 13,0
Irland.........................21,0 4,3 / 13,5
Belgien......................21,0 6,0 / 12,0
Österreich.................20,0 10,0 / 12,0
Slowenien................20,0 8,5
Italien.........................20,0 4,0 / 10,0
Frankreich................19,6 2,1 / 5,5
Portugal....................19,0 5,0 / 12,0
Tschech. Rep..........19,0 5,0
Slowakei...................19,0
Niederlande.............19,0 6,0
Estland......................18,0 5,0
Lettland.....................18,0 5,0
Litauen......................18,0 5,0 / 9,0
Griechenland...........18,0 4,0 / 8,0
Malta..........................18,0 5,0
Großbritannien........17,5 5,0
Deutschland.............16,0 7,0
Spanien.....................16,0 4,0 / 7,0
Zypern........................15,0 5,0
Luxemburg................15,0 3,0 / 6,0 / 12,0
 

06.05.2005
Quelle: Wirtschaftskammer Österreich
Der Fortbestand des Geoparks Mecklenburgische Eiszeitlandschaft, der auch den Müritzkreis tangiert, ist in seinem Fortbestand akut gefährdet. Darauf wies der Vorstand des Geowissenschaftlichen Vereins Neubrandenburg e. V. den Umweltminister des Landes Mecklen- burg-Vorpommerns, Wolfgang Methling, bei einem Gespräch am 04. 01. 05 hin. Obwohl die Anerkennung als UNESCO-Geopark und die Aufnahme in das Netzwerk Europäische Geoparks im Oktober 2004 die internationale Wertschätzung dieses auch für unsere Region wichtigen Projektes sichtbar macht, ist sowohl aus dem Umwelt- als auch aus dem Wirtschaftsministerium keine finanzielle Förderung zu erwarten. Der Umweltminister regte die Gründung eines Fördervereins an. Die Eiszeitroute Mecklenburgische Seenplatte soll für die Saison 2005 noch weiterentwickelt werden. Dazu werden durch die beteiligten Landkreise 40 Geoinformationstafeln entlang der Eiszeitroute auf der Grundlage des Corporate Design des Geoparks aufgestellt, wozu auch das Design der neuen Informationstafeln am Naturerlebnisweg Malchower Kreidebezirk gehört. Aktionszentren, Einzelakteure und Aktionen der touristischen Leistungsträger vor Ort sollen ein interessantes Angebot für Gäste (und sicher auch für Einheimische) abrunden. Grundlegendes Wissen über die Eiszeit wird z. B. in zweitägigen Eiszeitseminaren mit Exkursionen vermittelt. Nähere Informationen sind dazu beim Geopark-Büro unter Telefon (0395) 3803507 erhältlich. Die „ Woche des Europäischen Geoparks“ findet in diesem Jahr vom 28.05. bis zum 03.06. statt. Dazu wird es zahlreiche Veranstaltungen geben, die die im European Network of Geoparks zusammengeschlossenen Netzwerkpartner organisieren. Speziell der Geopark Mecklenburgische Eiszeitlandschaft wird einen Veranstaltungskalender für das Jahr 2005 erstellen, der Ende April herauskommen soll.
06.05.2005
Ansprechpartner : [info@eiszeitgeopark.de]
Quelle: Newsletter Nr. 1/2005 vom 11.April 2005
weitere Informationen unter: 0395/380 35 07
FIF steht für „Frauen in Führungspositionen“ und ist Programm.Wie der Nordkurier vom 04. März 05 auf Seite 18 berichtete, sind trotz leichtem Aufwärtstrend immer noch ca. 70% aller Führungsposi- tionen in der Wirtschaft von Männern besetzt. Deshalb sind nach wie vor, so Regina Kitzmann vom TFA-Bildungswerk Neubrandenburg, spezielle Frauenprojekte wie eben das FIF notwendig. Auch im Müritzkreis soll noch im April ein solches Projekt starten.Nach Einführungsgesprächen erhält jede Teilnehmerin einen persönlichen Weiterbildungsfahrplan. Innerhalb der 334 Gesamtstunden nimmt das Persönlichkeitstraining den größten Raum ein, aber auch Zeit- und Zielmanagement, Kommunikation, EDV, Wirtschaftsenglisch, Buchführung, Öffentlichkeitsarbeit und Rechenkenntnisse werden vermittelt. Ein weiteres Angebot speziell für Frauen, die persönliche Kompetenzen verstärken und entwickeln wollen, bietet das Bildungswerk der Wirtschaft Neubrandenburg an. Das Programm „Training für Frauen in Führungspositionen“ umfasst 208 Stunden an den Wochenenden. Entsprechend der Interessenlage werden unterschiedliche Kurse angeboten, betont die Projektleiterin, Frau Dr. Diana Kuhk, da die Probleme bei Existenzgründerinnen nun einmal andere seien als bei Geschäftsführerinnen.
06.05.2005
Quelle: Nordkurier vom 04.03.2005
weitere Informationen
TFA GmbH Neubrandenburg Telefon: (0395) 3588223 Bildungswerk der Wirtschaft Neubrandenburg Telefon: (0395) 4307717 E-Mail: kuhk@bildungswerk-wirtschaft.de
Erfreulicherweise will das Wirtschaftsministerium MV den Bau einer weiteren Marina im Landkreis Müritz, in Waren- Eldenburg, unterstützen. Von der Gesamtinvestition in Höhe von ca. 2 Mill. Euro steuert das Land 50% dazu. Damit sollen 49 Liegeplätze für Boote entstehen. Auch die benachbarten Müritz- Fischer werden zur Steigerung der Attraktivität dieser idyllisch gelegenen künftigen Marina beitragen.
06.05.2005
Quelle: Nordkurier v. 21. 03. 2005
„ Fachkraft Agrarservice“ heißt ein neuer Ausbildungsberuf in Mecklenburg- Vorpommern, der mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres in Kraft tritt. Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus den Berufen Landwirt und Landmaschinenmechaniker. Nach erfolgreicher 3-jähriger Ausbildung erfolgt der Einsatz vor allem in der Pflanzenproduktion. Erste Informationsveranstaltungen fanden bereits im April statt. Wer sich für diesen neuen zukunftsträchtigen Beruf interessiert, wird sicher aber auch jetzt noch Informationen bei folgenden Einrichtungen erhalten: Produktions-, Handels- und Dienstleistungs GmbH Am Milchweg 18 in Ivenack und UFAT-Bildungswerk e. V. Schweriner Straße 66 in Wöbbelin. Quelle: Nordkurier V. 29. 03. 2005
06.05.2005
Die Internetseite www.meinestadt.de/waren-mueritz/lehrstellen dürfte für Jugendliche, Eltern und Arbeitgeber gleichermaßen interessant sein. Im Umkreis von ca.25 Kilometern werden freie Ausbildungsplätze durch ortsnahe Untenehmen angeboten, die täglich mit der Internetseite der Bundesagentur „meinestadt.de“ abgeglichen wird. Hierher können auch Arbeitgeber ihre freien Ausbildungsplätze melden. Immerhin handelt es sich bei „meinestadt.de“ um ein flächendeckendes Netz von Stadtportalen aller 12500 deutschen Städte und Gemeinden.
06.05.2005
Quelle: Müritz-Zeitung v. 21.04.2005
Auf eine 10jährige erfolgreiche Bilanz kann die Müritz-Linie des Nationalpark- Tickets mit einigem Stolz verweisen. Unter der Federführung der Personengesellschaft Müritz mbH hat diese Linie Jahr für Jahr an Attraktivität gewonnen. Dabei ist das Grundanliegen nach wie vor aktuell: Dem Fahrgast die Erlebniswelt Nationalpark mit dem ÖPNV naturnah zu erschließen und trotzdem oder gerade deswegen ihm alle individuellen Gestaltungsmöglichkeiten zu lassen. Zu den hervorragend ausgestatteten Informationsstellen und einer abgestimmten Gastronomie ist weiterhin zu nennen die informative Busbegleitung durch Nationalparkmitarbeiter, die Fahrradmitnahme, die Kombination der Busbeförderung mit der Schiffstour und nicht zuletzt der günstige 1-Stunden-Takt. Die Fahrgastzahlen sprechen für sich: Wurden 1997 noch 34.030 Fahrgäste und 7.377 beförderte Fahrräder gezählt, waren es ab dem Jahre 2000 konstant über 40.000 Fahrgäste. Den „Rekord“ hält das Jahr 2000 mit 43.993 Fahrgästen, während 2004 „nur“ 40.020 Fahrgäste und 9.810 Fahrräder gezählt wurden. Informationen erhält man in zahlreichen gastronomischen Einrichtungen, touristischen Informationsstellen und bei der Personenverkehr GmbH Müritz.
06.05.2005
weitere Informationen
www.pvm-waren.de www.nationalparkticket.de
Gerade in Deutschland spielt die Diskussion um die Höhe der Arbeitskosten immer wieder eine enorme Rolle. Unter der Voraussetzung, dass Infrastruktur und Qualitätsniveau der Arbeitskräfte im Zielland stimmen, werden dann die Arbeitskosten wieder zu einem zentralen Argument für die Standortwahl. Ob ein Unternehmen im internationalen Wettbewerb bestehen kann, hängt natürlich von einer Reihe weiterer Faktoren ab wie z. B. der Steuer- und Zinsbelastung am Unternehmensstandort, Energie- und Materialkosten, Qualität und Lieferfähigkeit, Design und innovative Produkte, aber eben auch von den Arbeitskosten, die sich aus dem jeweils zu zahlenden Stundenlohn und den Personalzusatzkosten ergeben. Nach der Ermittlung des Instituts der deutschen Wirtschaft ergibt sich folgendes Bild: Arbeitskosten je Arbeiterstunde im verarbeitenden Gewerbe im Jahre 2003 in Euro : Norwegen                   18,96  /   9,19   =  28,15                       Japan                       10,93  /  7,35   =  18,28   Dänemark                   20,63  /   6,70   =  27,33                       Irland                       12,96  /  5,15   =  18,11 Deutschland (West)  15,13  /  11,96  =  27,09                       Deutschland (Ost)  10,17  /  6,68  =  16,85 Schweiz                      16,79  /   8,81    =  25,60                       Kanada                    12,13  /  4,70  =  16,83 Finnland                      13,58  /  10,45  =  24,03                       Italien                        8,58  /  8,11   =  16,69 Belgien                        12,46  /  11,34  =  23,18                       Spanien                     8,69  /  7,28   =  15,97 Niederlande                 12,90  /  10,30  =  23,20                       Griechenland            6,07  /  4,12   =  10,19 Schweden                    13,30  /   9,47   =  22,77                        Portugal                  3,98   /   3,02  =  7,00 Österreich                    11,47  /   9,86   =  21,33                        Tschech. Rep.         2,35  /  1,95   =  4,30 Luxemburg                  14,01  /   7,14   =  21,15                         Ungarn                   2,28  /  1,76   =  4,04 Frankreich                   10,48  /   9,67   =  20,15                          Polen                    2,06   /  1,20   =  3,26 USA                             13,91  /  5,99   =  19,90                          Slowak. Rep.         1,88  /  1,34   =  3,22 Großbritannien             12,84  /  5,88   =  18,72 Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Wenn auch die Werte sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt verändert haben, so dürfte die Verhältnismäßigkeit die gleiche sein wie 2003, so dass nach wie vor deutlich wird, dass die Arbeitskosten eine wichtige, aber nicht die alleinig ausschlaggebende Rolle bei der Entscheidung für Investitionen spielen. An den Arbeitskosten gemessen, müsste Deutschland (Ost) einen kräftigen Hauch einer „blühenden Landschaft“ aufweisen.
Quelle: Quelle: Schul / Bank 12/2004
 
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