MÜRITZ- WIRTSCHAFTaktuell Nr. 6
15.09.2005, Waren(Müritz)
Sehr geehrte Damen und Herren,
In der Regel hält das mediale Sommerloch nur triviale Neuigkeiten vor. Diesmal jedoch eine Nachricht, die erfreulich aufhorchen lässt: Dem Landkreis Müritz wurde laut Umfrage der Nord/LB Regionalwirtschaft beim Wirtschaftsklima landesweit der erste Platz zuerkannt! Endlich einmal eine Wertschätzung des Müritzkreises, die seltsamerweise in anderen Umfragen vergeblich zu finden war, obwohl der Augenschein anderes im Vergleich zu benachbarten Landkreisen und Städten vermuten ließ. Nicht zuletzt weisen wir im Arbeitsamtsbezirk seit Längerem die niedrigsten Arbeitslosenzahlen aus, was sich auch jüngst wieder in den Augustmeldungen der Arbeitsagentur bestätigte.
Das Ergebnis einer schriftlichen Befragung hat die Nord/LB Regionalwirtschaft nunmehr bekannt gegeben. Befragt wurden 3920 Betriebe in ganz Mecklenburg-Vorpommern zu ihrer Wertung der variablen Dienstleistungen der kommunalen Verwaltungen und Wirtschaftsförderungen, zu den Gewerbesteuern und Gebühren sowie zum Image des Standortes. Mit deutlichem Abstand belegt der Müritzkreis landesweit Platz Nr. 1. Dies nach Aussage der Unternehmen auch deshalb, weil neben guten Finanzierungsangeboten auch die Wirtschaftsförderinstrumente inklusive Beratungs- und Unterstützungsangebote vorbildlich gehandhabt werden. Quelle: Müritz- Zeitung vom 16.08.2005
Obwohl immer noch viel zu hoch, sind die Arbeitslosenzahlen im Landkreis Müritz im August auf 18,3% gesunken. Das ist um so bemerkenswerter, weil wir damit zum einen unterhalb des Durchschnitts von Mecklenburg- Vorpommern von 19% liegen und zum anderen wir Regionen wie Neubrandenburg, Mecklenburg-Strelitz, Demmin,Güstrow und Vorpommern deutlich hinter uns gelassen haben. Zu beachten sind insgesamt aber auch noch anhaltende günstige saisonale Bedingungen, eine leichte Zunahme von ABM auf 1751 Stellen und die sogenannten 1-Euro-Jobs, die eine Anzahl von 6329 ausmachen. Insgesamt sind allerdings immer noch 46300 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind zwar rund 10% weniger als im Vergleichszeitraum Juli 2005, eine stabile „Trendwende“ lässt sich daraus wohl kaum ableiten. Quelle: Nordkurier vom 01. September 2005
Die Zeitschrift „Guter Rat“ Nr. 8/2005 hat in einem Report untersucht, wie der klassische Vollzeitarbeitsplatz zunehmend durch andere Arbeitsmodelle verdrängt wird. Dabei wird der Start und das Risiko einer neuen Arbeitsform mehr und mehr vom Staat durch i. d. R. finanzielle Hilfestellung begleitet.Wer unmittelbar aus der Arbeitslosigkeit starten will, kann auf die Ich-AG oder Überbrückungsgeld zurückgreifen. Teilzeitselbständigkeit wird ebenso unterstützt wie Kleingründer mit Minidarlehen zwischen 10-und 50000 Euro. ( Aber Achtung! Ohne schlüssiges Konzept und Grundkenntnisse geht es auch hierbei nicht. Deshalb Schulungen und Beratungen nutzen.) 1. Die Ich – AG Wer eine ( kontrovers diskutierte ) Ich-AG gründen will, sollte das noch in diesem Jahr tun. Vermutlich wird dieses Modell nicht mehr verlängert. Zielgruppe: Bezieher von Arbeitslosengeld 1 Voraussetzungen: Vorlage eines Businessplanes und eine Beurteilung der Erfolgs- aussichten (z. B. durch Handwerkskammern, IHK, Fachverbände, Rechtsanwälte, Steuer- und Unternehmensberater ) Leistungen : Ein steuerfreier Zuschuss zur Deckung der Pflichtbeiträge zur ge- setzlichen Renten-und Pflegeversicherung im 1. Jahr : 600 Euro/ Monat im 2. Jahr : 360 Euro/ Monat im 3. Jahr : 240 Euro/ Monat Der Gewinn darf höchstens 25000 Euro/Jahr betragen, sonst entfällt die Förderung ab dem Folgejahr. 2. Überbrückungsgeld Zielgruppe : Bezieher von Arbeitslosengeld 1 Voraussetzung : analog Ich-AG Leistungen : Die Antragsteller erhalten während der ersten 6 Monate ihr bisheriges Arbeitslosengeld weiter, hinzu kommt ein Pauschbetrag von etwa 75% der Pflichtbeiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Eine Gewinnobergrenze gibt es nicht. 3. Mini-Jobs Zielgruppe: Arbeitnehmer, die etwas hinzuverdienen wollen, Selbständige durch mehrere Stellen ihren Lebensunterhalt bestreiten. Ab 2 Mini-Jobs muss eine Lohnsteuerkarte vorliegen! Voraussetzungen: Arbeitnehmer brauchen die ersten 400 Euro nicht bei der Steuer- erklärung angeben (Arbeitgeber). Für haushaltsnahe Tätigkeiten gibt es das Haushaltsscheckverfahren. Wer mehr als 400Euro nebenher verdient, benötigt eine zweite Lohnsteuerkarte! 4. Einstiegsgeld Zielgruppe: Bezieher von Arbeitslosengeld 2. Einstiegsgeld wird als finanzielle Un- terstützung zur Aufnahme einer Tätigkeit beantragt. Voraussetzung: Die Entscheidung des Einzelfalles obliegt dem Fallmanager. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht. Leistungen: Denkbar sind befristete Fahrtkostenzuschüsse, Geld für berufsbezogene Anschaffungen, kleine Starthilfen für selbständige Tätigkeiten. Unbedingt erforderlich sind ein überzeugendes Konzept und eine konkrete Beschäftigungsmöglichkeit. Weitere Informationen: Guter Rat Nr. 8/2005, S. 12-17 Faxabruf Existenzgründung, Adressen und Kontakte (2 Seiten, 1,24Euro7Min.): 09001- 101 298 721
Die EU-Kommission hat die Richtlinie zur Förderung erneuerbarer Energien am 24. August 2005 genehmigt. Damit ist die alte Richtlinie vom 26. 11. 2003 außer Kraft D.h., der letzte Termin der Antragstellung nach alter Richtlinie war der 23.08.05 für Direktkredite von der KfW. Die bis zum 23. 08.05 bei einer Hausbank gestellten Anträge werden von der KfW nach der alten Richtlinie bearbeitet, wenn sie innerhalb von 6 Wochen, also bis zum 04. Oktober, bei der KfW eingehen. Für Anträge , die nach diesem Datum bei der KfW eingehen, kommen die neuen Richtlinien zur Anwendung. Für weitere Auskünfte stehen die Mitarbeiter des Informationszentrums der KfW zur Verfügung:
weitere Informationen unter: Mo – Fr von 7:30 – 18:30 Uhr : 01801-335577 (Ortstarif) Fax: 069/7431-9500
Damit kleine Firmen und Existenzgründer schneller an dringend benötigte Kredite bis zu 125000 Euro gelangen bzw. diese überhaupt bekommen, erweitert die Bürgschaftsbank MV in Schwerin ihr Programm „Bürgschaft ohne Bank“. Wie bisher kann der Antragsteller vor Kontaktaufnahme zu „seiner“ Bank sich direkt an die Bürgschaftsbank wenden. Nach eingehender Prüfung und positivem Bescheid war ihm eine Ausfallbürgschaft über 80% der Kreditsumme sicher. Nunmehr geht die Bürgschaftsbank noch einen Schritt weiter. Sie setzt externe Berater ein für Firmen, die noch kein wesentliches Darlehen erhalten haben. Diese Vorprüfung und die Zusammenstellung ist für den Antragsteller kostenlos. Ziel ist es, die Geschäftsbanken auch für sie nicht so lukrative kleinere Kredite zu interessieren.
Quelle: Quelle: Nordkurier vom 06. September 2005
15 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands liegt die Wirtschaftskraft der fünf neuen Bundesländer noch immer deutlich unter der der alten Bundesländer.Im Gegensatz zu den anfänglichen euphorischen Erwartungen scheint der Aufholprozess sogar ins Stocken geraten zu sein. Die Arbeitslosenquote verharrt mit gut 18% auf einem doppelt so hohen Niveau wie im Westen, während das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf rund 64% des Westniveaus nicht zu übersteigen vermag und dabei noch auf Kapitalzufluss aus dem Westen angewiesen ist.Allerdings gibt es wie im Westen auch regional deutliche Unterschiede in der Entwicklung. Man denke nur an den Bereich Hochtechnologie im Raum Dresden. Insgesamt erscheint es aber nach Ansicht verschiedener Ökonomen als zweifelhaft, ob mittels Transferzahlungen die Einkommensschere zwischen Ost und West überwunden werden kann.

AUFHOLPROZESS IN OSTDEUTSCHLAND

(Niveaurelation je Einwohner in jeweiligen Preisen, Westdeutschland=100%)

  1995 2004 2005 2006
 Bruttoinlandsprodukt   59,6 64,3 64,6 65,1
Verfügbare Einkommen 77,8 82,9 83,5 84,2
Privater Konsum 77,8 83,9 84,5 85,1
Ersparnis 70,4 65,2 66,1 67,2
Produktivität 65,0 72,3 72,5 72,7
Basis: Beschäftigte
Ostdeutschland ohne Berlin, Westdeutschland mit Berlin Quellen: Arbeitskreis VGR der Länder; Berechnungen und Prognose des IWH
Quelle: Quelle: Schul / Bank 08/2005
Das Institut Freund teilt mit, dass es ihnen gelungen ist, umfangreiche Fördermittel von der Europäischen Union für die Qualifizierung von Beschäftigten und für die Beratung von Unternehmen im Bereich Qualitätsmanagement DIN EN ISO 9001:2000 einzuwerben.Damit besteht die Möglichkeit für 32 kleinere und mittlere Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern ein Qualitätsmanagementsystem in 15 Monaten Projektdauer zu entwerfen und gemäß Norm zertifizieren zu lassen. Der Kostenanteil für die Betriebe liegt bei nur ca. 2000 Euro zzgl. Zertifizierungsgebühr. Das Projekt endet am 31.10.05.
weitere Informationen unter: Telefon: 0381 / 3644757 Mobil : 0162 / 2380478
weitere Informationen
Carsten Schumacher, Institut Freut
Der Wirtschaftsminister des Landes MV vergibt zum 11. Male den Designpreis des Landes, der wieder den Namen der Gebrüder Lilienthal trägt. Anliegen des Wirtschaftsministeriums ist die Förderung des Designbewusstseins in den Unternehmen des Landes. Dem dient sowohl die Verleihung des Lilienthal-Designpreises als auch des Lilienthal-Förderpreises MV. Ausgezeichnet werden hervorragende und beispielgebende Designleistungen der Wirtschaft bei Produkten, Dienstleistungen und Kommunikation. Damit ist der Lilienthalpreis die wichtigste öffentliche Anerkennung von unternehmerischen Leistungen bei der Integration von Design in den Innovations- und Entwicklungsprozess. In diesem Jahr liegt das Augenmerk besonders auf der Präsentation von Produktdesign. Insgesamt können Beiträge in den Kategorien Produkt-und Umweltdesign, Kommunikationsdesign sowie Servicedesign eingereicht werden. Unterlagen können auf der Webseite des DesignZentrum MV unter www.design-mv.de heruntergeladen werden. Als Ansprechpartner im DesignZentrum MV in Rostock steht der Projektleiter, Herr Olden, unter der Telefonnummer 0381 5196 160 zur Verfügung.
weitere Informationen unter: http:// www.design-mv.de
 
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