Projektnummer 21
Thema Sanierung, Um- und Ausbau des Saalgebäudes in der Gemeinde Stuer zum „Informations- und Kommunikationszentrum“
Siehe 04
Träger Gundolf Otto / Werner Zädow
Gemeinde Stuer
über Amt Röbel-Land
Bahnhofstraße 20
17207 Röbel / Müritz
Telefon: 039924 2616 / 039931 800
Fax: 039924 2616 / 039931 80111
E-Mail: gundolfOtto@aol.com
Amt_Roebel-Land@t.online.de
Web: http://www.amt-roebel-mueritz.de

Ausgangssituation
Die Gemeinde Stuer, am Südzipfel des Plauer Sees gelegen, ist ein typisches Mecklenburgisches Gutsdorf. Die Geschichte von Stuer, die sich bis in das Jahr 1178 zurückverfolgen lässt, ist aufs Engste mit dem Geschlecht derer von Flotow verbunden. Deren Stammsitz war eine Wasserburg, im heutigen Ortsteil Stuer Vorwerk gelegen. Sie ist nur noch als Ruine vorhanden, die aber die ursprüngliche Struktur und die Sicherheit, die Burg ihren Bewohnern bot, erahnen lässt. Sie überstand über die Jahrhunderte hinweg zahlreiche Fehden und Kriege und wurde nie von Feinden eingenommen und letztendlich doch Opfer eines Großbrandes.

Stuer mit seinen knapp 350 Einwohnern besteht heute aus vier Ortsteilen: Stuer, Stuer -Vorwerk, Bad Stuer, Neu-Stuer. Stuer und Stuer Vorwerk sind die ältesten Ortsteile. Neu-Stuer und Bad Stuer sind erst im 19ten Jahrhundert entstanden: Neu-Stuer wurde mit dem Ziel errichtet, die dortigen mageren landwirtschaftlichen Flächen intensiver zu nutzen. Das Entstehen von Bad Stuer ist auf die Initiative bürgerlichen Unternehmertums zurückzuführen. Seine Blütezeit hat Bad Stuer vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Wiedervereinigung 1990 erlebt.

Die Landwirtschaft spielt heute für die Gemeinde Stuer insofern eine untergeordnete Rolle, als die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen, wie schon mehr als ein Jahrzehnt vor der Wende, von der Nachbargemeinde Altenhof aus erfolgt, d.h. vom Nachfolgebetrieb der dortigen LPG. Die seinerzeit in Stuer verbliebene LPG Tierproduktion ging 1992 in Liquidation.

Obwohl die Gemarkung Skier im regionalen Raumordnungsprogramm als touristisches Schwerpunktgebiet ausgewiesen ist, hat der Tourismus in Stuer seine Bedeutung, die er bis zur Wiedervereinigung hatte, bis heute nicht annähernd wieder erreichen können. Dabei spielte ein Restitutionsanspruch auf einen großen Teil der Gemarkung Stuer eine Rolle, der erst Ende 1997 endgültig abgelehnt wurde.

Abgesehen von einem Hotel in äußerst attraktiver Lage und einem sehr reizvollen Campingplatz, beide in Bad Stuer auf einem an die Erben der Alteigentümer rückübertragenen Areal, liegen die zahlreich vorhandenen, touristisch interessanten Immobilien in Stuer bis heute brach und verwahrlosen. Vor der rechtskräftigen Zurückweisung des Restitutionsanspruches Ende 1997 scheuten Interessenten das Investitionsrisiko. Danach tendierte das Interesse an solchen Immobilien gegen Null, weil das Kapital knapper und die Förderbedingungen im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe schlechter geworden waren. Zwar hat die Gemeinde Stuer durch kommunale Investitionen zwischenzeitlich eine erhebliche touristische Aufwertung erfahren: so z. B. aufgrund eines überregionalen Radwegenetzes, das durch die Gemarkung der Gemeinde Stuer führt, und insbesondere durch die Wiederherstellung des Stuer‘schen/Rogeez‘schen Flachseen-Gebietes. Hinzu kommt, dass der Gemeinde Stuer Anfang dieses Jahres wichtige, ehemals kommunal genutzte Flächen zugeordnet wurden. Damit haben sich die wirtschaftlichen Möglichkeiten in der Gemeinde Stuer für die Realisierung weiterer kommunaler Infrastruktur deutlich, wenn auch nicht ausreichend verbessert.
Projektstatus
Folgeprojekt aus MSM 04 gefördert.
Projekt ist abgeschlossen.
Fördermitteleinsatz

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Beantragt

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Bewilligt

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Begonnen

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Beendet

Projektinhalt
Ziel des LEADER + Projektes der Gemeinde Stuer ist die Planung und Umsetzung weiterer, zielgruppenorientierter kommunaler Infrastrukturmaßnahmen, um Privatinvestitionen und damit das Entstehen von Arbeitsplätzen in Stuer zu stimulieren und wieder ein „Wir-Gefühl“ in der Dorfbevölkerung entstehen zu lassen.
Konkretisiert ist dieses Ziel in der „Leistungsbeschreibung für geplante Auftragsvergabe“, die dem erfolgreichen Antrag der Gemeinde Stuer auf Bewilligung einer Zuwendung im Rahmen des LEADER + Programms beigefügt ist. Leistungsgegenstand des Projektes ist die Erarbeitung eines Konzeptes für das touristische Informationszentrum:

“Wiedervernässung des Stuer‘schen und Rogeez‘schen Flacbseebeckens“ mit folgenden Schwerpunkten:
Erarbeitung eines Konzeptes für den Erlebnispfad und anderen Außenanlagen
Planung zur Errichtung eines dörflichen Informationszentrums auf der Grundlage alternativer Standortbeurteilungen

Diese erste LEADER + Teilmaßnahme steht nunmehr kurz vor dem Abschluss. Ohne dem Ergebnisbericht vorgreifen zu wollen, seien nachstehend stichwortartig die wichtigsten Ergebnisse aufgelistet.

Als Zielgruppen sind für die Gemeinde Stuer von besonderem Interesse:
  • Fahrradtouristen
  • vor allem Kleingruppen und Familien
  • ornithologisch interessierte Besucher, sowohl aus
  • dem Hobby- wie auch dem professionellen Bereich
  • kultur- und naturgeschichtlich Interessierte
  • Ruhe- und Erholungssuchende

Maßnahmen
Als größtes Defizit ist das Fehlen eines geeigneten dörflichen Informations- und Kommunikations-Zentrums anzusehen, in dem die spezifischen Informations-/Kommunikations- wie auch Betreuungs- und Versorgungsbedürfnisse sowohl der o.g. Zielgruppen wie auch der Dorfbevölkerung abgedeckt werden können. Um optimale Akzeptanz sowohl bei Gästen, Urlaubern und ortsansässigen Bürgern zu erreichen, müssen Erreichbarkeit (z. B. Lage zu den wichtigsten Verkehrsadern für Radfahrer und Autotouristen), dorfgeschichtliche Aspekte, Nähe zu wichtigen Kultur- und Naturdenkmalen, Kombinierbarkeit des Baukörpers mit den notwendigen Außenanlagen, ausreichende Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, Anreize zur Erkundung des Dorfes und der Gemarkung Stuer, sowie die Kombinierbarkeit mit modernen elektronischen Informationstechnologien berücksichtigt werden. Lage und Räumlichkeiten müssen den unterschiedlichen Bedürfnissen der erwähnten Zielgruppen gerecht werden. Dabei ist den beiden erstgenannten Gruppen besonderes Augenmerk zu schenken. Außerdem ist das Dorfzentrum und das Informationsangebot so zu gestalten, dass es zum längeren Verweilen in und zum Wiederkommen nach Skier anregt sowie Gäste und Besucher animiert, als Werbemultiplikatoren für Skier zu wirken. Darüber hinaus sind die in diesem Projekt erarbeiteten Ergebnisse so darzustellen, dass sie für die gezielte Investorenwerbung ebenfalls eingesetzt werden können.

Projektstand
Projekt in der Ausschreibung.
Projektpartner
Aufgrund ihres günstigsten Angebotes wurde das
Planungsbüro Dorothea Zarm, Röbel mit der Umsetzung des Projektes beauftragt. Das Büro Zarm wird dabei unterstützt von
Büro für Landschaftsplanung und Umweltberatung Schniiedel, Rostock
und dem Büro für Landschafts- und Forstplanung Weber, Waren.

Das Amt Röbel-Land bringt übergeordnete Aspekte ein und ist zuständig für die verwaltungstechnische Abwicklung. Ansprechpartner dort ist der Leiter des Bauamtes Werner Zädow. Die Interessen der Gemeinde Stuer werden unmittelbar vom ehrenamtlichen Bürgermeister im Auftrag der Gemeindevertretung unter Einbeziehung der Einwohner von Stuer wahrgenommen. Die Wirtschaftsförderung Müritz wfm GmbH, das zuständige regionale LEADER+ - Büro, ist in der Person von Frau Wilisch in das Projekt eingebunden. Ihr gilt für das Engagement in der Projektbegleitung und für die wertvolle Beratung besonderer Dank.

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