Projektnummer 19
Thema EDV-gestützte Weiterentwicklung des touristischen Wegenetzes unter besonderer Berücksichtigung der Reit- und Fahrwege in dem Gebiet der LEADER+ Aktionsgruppe Mecklenburgische Seenplatte – Müritz
Träger Herr Martin Kunert, AL Amt für Kreisentwicklung
Frau Wittke
Herr K. Wagner
Landkreis Müritz
(Amt für Kreisentwicklung)
Zum Amtsbrink 2
17192 Waren (Müritz)
Tel: 03991/78 25 51
eMail: kreisplanung@landkreis-mueritz.de
Web: http://www.landkreis-mueritz.de
Ausgangssituation
Die positive Entwicklung des Tourismuses im Landkreis Müritz, wie sie z.B. in den steigenden Übernachtungszahlen der vergangen Jahre deutlich wird, hat zur Folge, dass auch an das touristische Wegenetz steigende Ansprüche gestellt werden. Die touristisch attraktiven Ziele sollen in einer möglichst umweltschonenden Art und Weise für immer mehr Erholungssuchende erschlossen werden. Dabei sind so unterschiedliche Zielgruppen wie Fußwanderer, Radwanderer und (Wander-)Reiter und deren spezifische Anforderungen an das Wegenetz zu berücksichtigen.

Während das Radwegenetz hinsichtlich seiner Struktur und Ausdehnung bereits einen guten Stand erreicht hat, decken die bisher eingerichteten Reitwege hingegen nur den lokalen Bedarf ab - und dies auch nicht immer in hinreichender Form. Die Ausweisung von Reitwegen erfolgte in der Vergangenheit in Abarbeitung der Regelungen des Landeswaldgesetzes, ohne dabei jedoch den Gesichtspunkt der kreisweiten Vernetzung explizit zu berücksichtigen.

Das Reitwegenetz muss daher im Hinblick auf eine kreisweite Vernetzung und die angestrebte Einbindung in das überregionale Reitwegenetz erst noch in seiner Struktur aufgebaut in seinem Umfang - unter dem Gesichtspunkt der Konfliktminimierung - bedarfsgerecht ausgedehnt werden. Ausgangspunkt ist dabei in jedem Fall der Bedarf der Reiterhöfe, für die das in Hofnähe verfügbare Reitwegenetz einen Teil der Existenzgrundlage darstellt. Auf dieser Basis sind teilräumliche Lösungen zu konzipieren, die sich nach und nach zu einem kreisweiten Gesamtnetz ergänzen.

Es gilt, die touristisch genutzten Wegenetze insgesamt so zu konzipieren, dass möglichst wenig Konflikte z.B. durch unverträgliche Mehrfachnutzungen entstehen (kritische Begegnungsfälle z.B. zwischen Radfahrern und Reitern, Wegeschäden durch spezifische Inanspruchnahme z.B. als Reitweg). Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass die steigenden Urlauberzahlen höhere Belastungen des touristischen Wegenetzes mit sich bringen werden und damit auch die Konflikthäufigkeit und Konfliktschärfe zwischen den verschiedenen Nutzergruppen zunimmt, wenn hier nicht rechtzeitig gegengesteuert wird.

Das angestrebte Ziel der Entwicklung eines konfliktarmen, bedarfsgerechten Reitwegenetzes steht im Einklang mit den regionalen Entwicklungszielen, wie sie im regionalen Entwicklungskonzept für die Region Mecklenburgische Seenplatte enthalten sind . Die Umsetzungsstrategie liegt mit dem Reit- und Fahrwegekonzept des Landkreises vor. Das Konzept ist mit den Gemeinden abgestimmt und dort überwiegend auf Zustimmung gestoßen. Für das Radwegenetz liegt ebenfalls ein Konzept als Arbeitsgrundlage vor.

Die Koordinierung dieses Aufbauprozesses ist eine komplexe Aufgabe, die von den Gemeinden allein nicht geleistet werden kann. Hier ist eine übergreifende, die verschiedenen Wegenetze integrierende Sichtweise erforderlich. Daher übernimmt der Landkreis - in Übereinstimmung mit den maßgeblichen gesetzlichen Grundlagen des LWaldG und des LNatG M-V - die Abstimmung der notwendigen Schritte zur Einrichtung und Ausweisung von Reitwegen jeweils unter Einbeziehung der betroffenen Gemeinden.
Projektstatus
Das Vorhaben ist in der Umsetzung. Leider ist das Reitwegenetz in der Regione noch nicht in gewünschtem Umfang entstanden.
Fördermitteleinsatz

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Beantragt

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Bewilligt

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Begonnen

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Beendet

Projektinhalt
Die besondere Problematik der Einrichtung von Reitwegen

Das Reitwegenetz im Landkreis Müritz soll mit dem Ziel einer möglichst hohen Attraktivität und einer dabei weitgehenden Konfliktarmut weiterentwickelt werden. Dabei sind unterschiedliche Rechtsgrundlagen wie das LWaldG M-V, das LNatG M-V, das StrWG M-V sowie die verschiedenen Schutzgebietsverordnungen heranzuziehen. Aufgrund der geltenden Rechtslage, die einer Vielzahl von Belangen Rechnung tragen muss, ist die Einrichtung von Reitwegen vielfach mit einem hohen Abstimmungsaufwand verbunden.

Nur die öffentlichen Wege können ohne vorherigen Abstimmungsprozess zum Reiten genutzt werden, da hier das Reiten zum sog. Gemeingebrauch zählt, es also grundsätzlich zulässig ist. Den Reitern steht damit - im Gegensatz etwa zu den Fuß- und Radwanderern, die sich auch im nichtöffentlichen Wegenetz überwiegend frei bewegen können - nur ein sehr eingeschränkter Teil des Wegenetzes unmittelbar zur Verfügung. Dieses Netz erfährt jedoch deutliche Einschränkungen durch mangelnde Bereitbarkeit, da die öffentlichen Wege oft befestigt sind, z.B. im Rahmen des ländlichen Wegebaus und / oder sie als Radweg genutzt werden.

Bei den als Alternative denkbaren nicht öffentlichen Wegen im Wald und in der freien Landschaft kann eine Reitnutzung nach der geltenden Rechtslage fast immer nur durch eine entsprechende ausdrückliche Kennzeichnung zulässig gemacht werden. Diese Wege müssen jedoch im Vorfeld in einem oft langwierigen Abstimmungsprozess mit zahlreichen Akteuren ausgehandelt werden. Das Ergebnis bleibt oft hinter den hohen Erwartungen der Reiter zurück.

Das zentrale Problem bei der Weiterentwicklung des Reitwegenetzes ist vielfach die Abstimmung mit dem bestehenden Radwegnetz und seinen möglichen Erweiterungen. Eine unmittelbare Parallelführung von Rad- und Reitweg ist in mehrfacher Hinsicht konfliktträchtig und daher möglichst durch das Angebot von getrennten Wegenetzen zu vermeiden. Dies ist aber vielfach kaum möglich, da das bestehende Wegenetz in Wald und Flur, auf dass sowohl bei den Reit- als auch den Radwegen zurückgegriffen muss, historisch bedingt zu weitmaschig ist, um überall eine Trennung der unterschiedlichen Wegenutzer konsequent durchhalten zu können.

Weiter eingeschränkt wird der Spielraum durch den Umstand, das beide Netze vorrangig mit dem Ziel konzipiert werden, attraktive Landschaftsräume für die Erholungssuchenden zu erschließen. Diese Räume sind aber gleichzeitig auch Lebensraum von störungsempfindlichen Tierarten, deren Schutzbedürfnis ebenfalls Einfluss auf das tatsächlich nutzbare Wegenetz hat. Die Konzipierung von Wegenetzen hat damit auch die Funktion einer Besucherlenkung, die das Ziel verfolgt, besonders sensible Landschaftsräume so zu erschließen, das sensible Arten möglichst nicht beeinträchtigt werden.
Maßnahmen
Das Projekt verfolgt das Ziel, die Planung des touristischen Wegenetzes und die damit verbunden Abstimmungsprozesse zukünftig EDV-gestützt durchzuführen. Dazu soll ein Wegeinformationssystem auf der Basis einer modernen GIS-Software in einem 1. Schritt aufgebaut und in einem 2. Schritt zielgerichtet genutzt werden, um speziell die Vernetzung bei den Reit- und Fahrwegen zu unterstützen und voranzubringen - auch über die Kreisgrenzen hinweg. Die Datenbasis soll aber bei Bedarf auch bei ggf. erforderlichen Weiterentwicklungen des Radwegenetzes zum Einsatz kommen.

Zum Aufbau des Wegeinformationssystems muss zunächst der Bestand der einzelnen touristischen Wegenetze, vorrangig also das Radwegenetz und das Reitwegenetz sowie weitere relevante Basisdaten (z. B. öffentliches Wegenetz, Schutzgebietsgrenzen, Standorte der Reiterhöfe) erfasst bzw. aus externen Quellen - sofern vorhanden - eingespielt werden. Als mögliche externe Datenquellen kommen z.B. die staatlichen Mittelbehörden in Betracht, die bereits seit längerem über Geoinformationssysteme Daten erfassen und auswerten, die im Zusammenhang mit der Wegenetzplanung von Bedeutungen sein können. Zur Bestimmung des genauen Aufbaus des Wegeinformationssystems sind konzeptionelle Vorarbeiten erforderlich.

Das Wegeinformationssystem übernimmt damit zum einen die Funktion eines Katasters für die jeweiligen Wegenetze und ihre Beschilderung, entscheidender ist jedoch, dass es diese digital auswertbare Datengrundlage gestattet, die für die Planung sowohl von Reit- als auch von Radwegen relevanten Informationen beliebig miteinander zu verschneiden und zu kombinieren. Auf diese Weise können Konfliktpotenziale mit den anderen Wegenetzen - auch im Bestand - sowie mit anderen Ansprüchen an den Raum (z. B. Schutz sensibler Landschaftsräume) schnell und gezielt ermittelt werden. Ebenso wird schnell klar, welche maßgeblichen Rechtsgrundlagen jeweils heranzuziehen sind. Hierin besteht der Hauptanwendungszweck des GIS-basierten Wegeinformationssystems.

Desweiteren lassen sich über das Wegeinformationssystem Bestandskarten in einer qualitativ hochwertigen Form anfertigen, die vielfältig verwendet werden können.

Quantifizierung der erwarteten Wirkung

Im Landkreis Müritz gibt es derzeit ca. 25 Reiterhöfe sowie 5 Anbieter mit der Spezialisierung auf Kutsch- und Kremserfahrten. Mit der kreisweiten Vernetzung der Reitwege erhalten die Reiterhöfe die Möglichkeit, zusätzliche Angebote z. B. für Wanderreiter zu schaffen. Damit werden Arbeitsplätze gesichert und ggf. können über die bessere Erschließung dieser Zielgruppe weitere geschaffen werden. Der Reitsporttourismus ist insbesondere für das Hinterland der Tourismuszentren im ländlichen Raum ein Entwicklungspotenzial.
Das Projekt dient damit zur besseren Nutzung des Tourismuspotenzials sowie zur besseren Auslastung und Vernetzung der vorhandenen Kapazitäten. Bezogen auf das Reiten werden die Voraussetzungen für die Inwertsetzung des natürlichen Erbes der Region geschaffen, indem attraktive Landschaftsteile für diese Form des Naturerlebnisses erschlossen werden.
Die Konfliktpotenziale bei Konzipierung des touristischen Wegenetzes können gezielt minimiert werden. Die Zufriedenheit der Nutzer des touristischen Wegenetzes steigt dadurch insgesamt. Damit ist eine positive Wirkung auf den Tourismus insgesamt gegeben.
Der Einsatz des GIS ermöglicht auch die Herstellung von Grundlagenkarten zum Reitwegenetz, die von den Reiterhöfen für ihr eigenes Marketing eingesetzt werden können, z.B. zur Ergänzung von Prospekten und Faltblättern. Derzeit fehlt eine veröffentlichte verlässliche Kartengrundlage, die Auskunft über die ausgewiesenen und ausgeschilderten Reitwege in der gesamten LEADER-Region gibt.
Projektstand
Projektpartner
25 Reiterhöfe 5 Anbieter mit der Spezialisierung auf Kutsch- und Kremserfahrten

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